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Nachfolgeplanung: So planen Sie die Übertragung Ihres Familienunternehmens strukturiert und zukunftssicher

Die Nachfolgeplanung für ein Familienunternehmen sollte frühzeitig und strukturiert angegangen werden, idealerweise bereits mehrere Jahre vor dem geplanten Rückzug der Eigentümer aus der operativen Verantwortung. Eine vorausschauende Planung ermöglicht es, eine schrittweise Übergabe sicherzustellen und eine Übergangsphase aktiv zu begleiten. Eine rechtzeitige und passgenaue Planung hilft dabei, den Fortbestand des Unternehmens auch im Sinne der Mitarbeiter und dem Erhalt ihrer Arbeitsplätze sinnvoll zu regeln.

Die Herausforderungen des Generationswechsels in Familienunternehmen

Die Übergabe der Firma an die Kinder oder Enkel stellt für viele Eigentümer die optimale Lösung dar, doch damit sind einige Herausforderungen verbunden. Die nachfolgende Generation muss ausreichend auf die Übernahme vorbereitet und eingearbeitet werden. Falls die Kinder oder Enkel nicht bereits im Betrieb mitarbeiten, sondern Berufe in anderen Branchen haben, kann dies zu Problemen führen.

Manchmal möchten die Kinder aber auch das Unternehmen nicht übernehmen, was eine unter Umständen langfristige Suche nach einem geeigneten Nachfolger nach sich zieht. Schon allein aus diesen Gründen ist eine rechtzeitige Nachfolgeplanung für das Familienunternehmen wichtig. Sie spielt auch eine Rolle bei der Suche nach dem richtigen Übergabemodell und einem ausreichenden Zeitrahmen für die Regelung der Übergabe.

Was passiert ohne eine klare Nachfolgeregelung? Risiken im Überblick

Für die erfolgreiche Übergabe des Familienunternehmens gibt es kein Patentrezept. Doch eine fehlende Nachfolgeplanung für das Familienunternehmen bringt erhebliche Risiken mit sich. Vor allem führt diese Thematik in der Regel zu Konflikten innerhalb der Familie, die sich durch eine rechtzeitige Übergabeplanung vermeiden lassen.

Hinzu kommt, dass eine fehlende strukturierte Planung dazu führt, dass wertvolles Know-how verloren geht, weil es nicht rechtzeitig an die Nachfolger vermittelt wurde. Ein konfliktgeladenes Übergabeszenario mit unzureichendem Fachwissen führt zu einem Stabilitätsverlust des Unternehmens. Daher ist eine rechtzeitige Nachfolgeplanung des Familienunternehmens unumgänglich, um diese Risiken zu minimieren und ggf. zusammen mit dem neuen Eigentümer eine Übergangsphase zu vereinbaren.

Vorteile einer frühzeitigen und durchdachten Planung

Eine frühzeitige Nachfolgeplanung des Familienunternehmens bietet zahlreiche Vorteile. Diese Planung kann auch mithilfe kompetenter externer Berater strukturiert vorgenommen werden. Einer der Vorteile besteht darin, dass der momentane Eigentümer die Nachfolger ganz gezielt auf die anstehenden Aufgaben und Herausforderungen vorbereiten kann. Abgesehen von den internen Planungen und der Wissensweitergabe sind auch steuerliche und juristische Aspekte zu prüfen und zu klären. Auch diese Themen müssen rechtzeitig abgestimmt werden, um die langfristige Stabilität des Unternehmens zu sichern.

Wie starten Sie die Nachfolgeplanung für Ihr Familienunternehmen?

Eine Bestandsaufnahme der aktuellen Unternehmenssituation

Im Vorfeld der Nachfolgeplanung des Familienunternehmens steht eine gründliche Analyse des Unternehmens an. Dazu erfolgt im ersten Schritt eine umfassende Bestandsaufnahme des Unternehmens. Dazu gehören beispielsweise die Fragen: Welche Stärken und Schwächen hat das Unternehmen? Welche Marktchancen bestehen? Wie hat sich das Unternehmen in den letzten Jahren entwickelt? Diese Fragen sind essenziell für eine fundierte Nachfolgeplanung des Familienunternehmens.

Persönliche und berufliche Ziele der Nachfolger identifizieren

Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Identifikation der persönlichen und beruflichen Ziele der potenziellen Nachfolger. Was möchten sie erreichen? Welche Visionen haben sie für das Unternehmen? Im Idealfall passen diese Absichten zu der bisherigen Vision des Inhabers. Sie sind aber auch bei abweichenden Vorstellungen entscheidend für die Nachfolgeplanung des Familienunternehmens, da sie dabei helfen, die richtigen Nachfolger auszuwählen und deren gründliche Einarbeitung passend zu gestalten.

Externe Experten einbeziehen: Steuerberater, Anwälte und Mediatoren

Die Einbeziehung externer Experten ist ein weiterer wichtiger Aspekt der Nachfolgeplanung für das Familienunternehmen. Kompetente Berater unterschiedlicher Bereiche, wie Steuerberater und Anwälte, können eine wertvolle fachliche Unterstützung bei der Klärung rechtlicher und steuerlicher Fragen bieten. Sie tragen dazu bei, einen reibungslosen Prozess sicherzustellen. Erste öffentliche Anlaufstellen sind die IHK-Nachfolgeberatung sowie die vom BMWK/KfW getragene Plattform nexxt-change.

Welche Modelle der Nachfolge gibt es für Familienunternehmen?

Externe Nachfolge: Verkauf an Strategen oder Finanzinvestoren

Bei einer externen Nachfolgelösung erfolgt der Verkauf des Unternehmens an externe Investoren. Grundsätzlich lassen sich zwei Hauptoptionen unterscheiden. Zum einen kann das Unternehmen an einen strategischen Investor, beispielsweise einen Wettbewerber oder ein Unternehmen aus der Wertschöpfungskette, veräußert werden. Solche Käufer sind oftmals an Synergieeffekten, Marktzugang oder technologischer Ergänzung interessiert und verfolgen das Ziel, das Unternehmen operativ in eine bestehende Struktur zu integrieren oder gezielt weiterzuentwickeln.

Zum anderen besteht die Möglichkeit eines Verkaufs an einen Finanzinvestor, wie beispielsweise eine Private-Equity-Gesellschaft. Finanzinvestoren verfolgen in der Regel einen renditeorientierten Ansatz und erwerben das Unternehmen mit dem Ziel, den Unternehmenswert über einen definierten Zeitraum hinweg gezielt weiterzuentwickeln, beispielsweise durch operative Optimierung, internationales Wachstum oder gezielte Zukäufe, bevor es nach einigen Jahren weiterveräußert wird.

Die Wahl der passenden Käufergruppe hängt von den Zielen des Verkäufers des Unternehmens und der jeweils angestrebten zukünftigen Unternehmensentwicklung ab.

Hybride Lösungen: Teilverkauf und Partnerschaft

Eine weitere Option bei der Unternehmensnachfolge stellt der Teilverkauf im Rahmen einer Partnerschaftslösung dar. Hierbei behält der bisherige Eigentümer weiterhin Anteile am Unternehmen, während ein externer Investor, beispielsweise ein strategischer Partner oder Finanzinvestor, als Gesellschafter hinzukommt. Ziel solcher hybriden Modelle ist es, zusätzliche Ressourcen, Expertise oder Marktzugänge durch den neuen Partner zu erschließen, während gleichzeitig ein gewisser Einfluss der bisherigen Eigentümer erhalten bleibt. Insbesondere in Wachstumsphasen oder bei einer geplanten Expansion kann diese Struktur helfen. Die genaue Ausgestaltung einer solchen Lösung erfolgt individuell und wird häufig so gestaltet, dass beide Seiten von der Patenschaft nachhaltig profitieren.

Nachfolgeplanung als strategische Unternehmensentscheidung

Die Nachfolgeplanung sollte als fester Bestandteil der langfristigen Unternehmensstrategie verstanden werden. Insbesondere bei einem Unternehmensverkauf empfiehlt es sich, frühzeitig mit den notwendigen Vorbereitungen zu beginnen, idealerweise mehrere Jahre vor dem geplanten Ausstieg. Auf diese Weise kann das Unternehmen gezielt auf einen erfolgreichen Verkauf vorbereitet werden, sei es durch operative Optimierungen, strukturelle Anpassungen oder wertsteigernde Maßnahmen. Gleichzeitig ermöglicht eine rechtzeitige Planung, dass der bisherige Eigentümer den Verkaufsprozess aktiv begleiten und auch während einer potenziellen Übergangsphase als Ansprechpartner oder Berater zur Verfügung stehen kann. Da ein strukturierter Verkaufsprozess üblicherweise sechs bis zwölf Monate in Anspruch nimmt, sollte der Ausstieg nicht erst im letzten Moment eingeleitet werden, sondern frühzeitig in die unternehmerische Gesamtstrategie eingebettet sein.

Vertraulichkeit und gezielte Einbindung von Mitarbeitern und Partnern

Bei einem Unternehmensverkauf spielt das Thema Vertraulichkeit eine zentrale Rolle. In den frühen Phasen des Verkaufsprozesses ist es üblich, Informationen zunächst auf einen kleinen, vertraulichen Personenkreis zu beschränken, um Unsicherheiten bei Mitarbeitern oder externen Partnern zu vermeiden. Erst zu einem späteren Zeitpunkt, meist nach Vorliegen konkreter Interessenten oder während der Due-Diligence-Phase, erfolgt eine gezielte Einbindung von Schlüsselmitarbeitern oder Managementmitgliedern. Dies kann notwendig sein, um potenziellen Käufern einen Einblick in die operative Führungsebene zu ermöglichen oder sicherzustellen, dass wichtige Know-how-Träger auch nach der Transaktion an das Unternehmen gebunden bleiben. Die genaue Vorgehensweise sollte stets sorgfältig abgestimmt werden, um einerseits Stabilität im Unternehmen zu gewährleisten und andererseits den Verkaufsprozess professionell zu unterstützen.

Dank unserer langjährigen Erfahrung in der Begleitung von Unternehmensverkäufen und Nachfolgelösungen unterstützt Sie das Experten Team von ODDO BHF bei sämtlichen finanziellen und strategischen Fragestellungen rund um den Unternehmensverkauf.

Als Privatbank begleiten wir auch die Auswirkungen eines Verkaufs auf das Privatvermögen professionell (Vermögensstrukturanalyse, Liquiditätsplanung). Daneben können die möglichen Auswirkungen eines Erbfalls auf das Gesamtvermögen dargestellt werden.

Gerne stehen wir Ihnen für ein persönliches, unverbindliches Gespräch zur Verfügung, um mögliche Optionen frühzeitig zu besprechen.

Quellen